Projekte I und II Quartal 2018

Vorträge, Veranstaltungen und Projekte im Westpreußischen Landesmuseum


Valerius Herberger (1562-1627). Der „kleine Luther“ aus Mittelpolen
18. Januar 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Marta Malkus M.A., Direktorin des Museums des Fraustädter Landes / Muzeum Ziemi Wschowskej

Zu den wohl berühmtesten Söhnen Fraustadts / Wschowas zählt Valerius Herberger (1562-1627), der in der gesamten protestantischen Welt als der "kleine Luther" gefeiert wird. Herberger wurde am 2. April 1562 als Sohn des Kürschners Martin Herberger und Anna Hoffmann in Fraustadt / Wschowa geboren. Als Valerius Herberger neun Jahre alt war, starb sein Vater, dessen Wunsch es war, dass sein Sohn einmal Pastor würde. Bis 1579 besuchte Herberger die Fraustädter Lateinschule, anschießend bis 1584 das Gymnasium in Freystadt / Schlesien und dann die Universitäten Frankfurt an der Oder und Leipzig. In Freystadt beeindruckten ihn die Predigten des Pastors Abraham Buchholzer. In Leipzig schloss er sich Nikolaus Selnecker (1530-1592), einem Schüler von Philipp Melanchthon an. Im Jahr 1584 rief ihn der Rat von Fraustadt zurück und übertrug ihm die Stelle des Baccalaureus an der Lateinschule, 1590 das Amt des Diakonus in Fraustadt und zum 1. Januar 1599 des Pastors an der Stadtpfarrkirche St. Marien. Auf dieser Stelle ist Herberger, nachdem er mehrere ehrenvolle Berufungen nach außerhalb abgelehnt hatte, bis zu seinem Tod am 13. Mai 1627 geblieben.

In Herbergers Amtszeit fielen zwei für die Gemeinde tief einschneidende Ereignisse: Im Herbst 1604, durch die Gegenreformation erzwungen, vom Rat der Stadt die Aufforderung, die Stadtkirche an die Katholiken zurückzugeben. Dank ihrer Einsatzbereitschaft gelang es der Gemende Fraustadts, in der kurzen Zeit bis Weihnachten eine Ersatzkirche zu errichten. Bei der Eröffnung an Heilig Abend gab Pastor Herberger ihr den beziehungsreichen Namen Kripplein Christi. Das andere Ereignis war die Pestepidemie im Jahr 1613. Von den 6.000 Fraustädtern wurden 2.195 in den Tod gerissen. Herberger hat seiner Gemeinde als unermüdlicher Seelsorger beigestanden, eine Pestchronik geführt und das Sterbelied Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt gedichtet.

Dieser Vortrag soll die einzigartige Biografie Herbergers rekonstruieren und die Bedeutung seines Wirkens für Fraustadt in den Vordergrund stellen. Zudem sollen auch viele seiner Zeitgenossen und Nachfolger erwähnt werden, die in gleicher Mission den Gedanken Herbergers fortgeführt haben. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags sind die neuesten Untersuchungen zum Thema der Entwicklung und des Verlaufs der Reformation im ehemaligen Fraustädter Land und in seinem Grenzgebiet, das zu einem sicheren Ort für die religiös Verfolgten wurde.

Marta Malkus M.A. ist Kunsthistorikerin und Direktorin des Museums des Fraustädter Landes / Muzeum Ziemi Wschowskej. Ihre Untersuchungsinteressen sind die Ikonografie der Sepulkralkunst, die Reformation im Fraustädter Land sowie das Kulturerbe des Grenzlandes zwischen Schlesien und Großpolen. Malkus war maßgeblich mit der finanziellen Unterstützung des BKM an dem Wiederaufbau und der Restaurierung der Kirche Kripplein Christi beteiligt, die sie im Verlauf ihres Vortrags skizzieren wird. Des Weiteren wird sie im thematischen Kontext der Ausstellung über die erfolgreiche, gemeinsame grenzüberschreitende Arbeit mit dem Kulturreferat zum Projekt „Luther 2017“ sprechen, das seit sieben Jahren zur Reformation in Großpolen besteht.

Begleitend zur Reformation-Ausstellung des Westpreußischen Landesmuseums „Bönhasen, Störer und arme Prediger. Die städtische Reformation in Westpreußen“, 26. Oktober 2017 – 25. März 2018.



Die „vergessene“ Front – Der Erste Weltkrieg im östlichen Europa 1914-1918
22. Februar 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Prof. Dr. Winfrid Halder, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen hat der Erste Weltkrieg einen festen Platz. Allerdings ist meist nur die Erinnerung an die Westfront präsent: Die Schrecken des Grabenkrieges sind auch durch besonders wirkungsmächtige Bücher vielen noch immer gegenwärtig. Zu nennen sind hier etwa Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ oder Ernst Jüngers „In Stahlgewittern“. Die einstigen Schlachtfelder bei Verdun oder an der Somme sind bis heute Anziehungspunkte für historisch interessierte Reisende. Das Jahr 2014 hat mit dem Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren eine Fülle neuer Publikationen, anderer medialer Angebote und Ausstellungen zum Kriegsgeschehen im Westen mit sich gebracht.

Demgegenüber ist die Erinnerung an die Ostfront zwischen 1914 und 1918 weit weniger ausgeprägt. Wenn überhaupt wird noch an den überraschenden deutschen Sieg über russische Streitkräfte nahe des ostpreußischen Tannenberg (südlich des heutigen Olsztyn in Polen) im Spätsommer 1914 gedacht. Die folgenden Kampfhandlungen bis 1918 scheinen dagegen weitgehend vergessen zu sein – obwohl sie teilweise nicht minder heftig und verlustreich verliefen wie die „Materialschlachten“ im Westen. Und obwohl die strategische Bedeutung der Ostfront für den Gesamtverlauf und die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs keineswegs geringer war als die der Westfront. Der Vortrag ist bestrebt, das beschriebene Ungleichgewicht ein Stück weit zu korrigieren.

Prof. Dr. Winfrid Halder studierte Geschichte und Politikwissenschaften in München und Freiburg. Nach dem Magister Artium (1989) wurde er 1992 als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung bei mit der Dissertation Katholische Vereine in Baden und Württemberg, 1848–1914. Ein Beitrag zur Organisationsgeschichte des südwestdeutschen Katholizismus im Rahmen der Entstehung der modernen Industriegesellschaft zum Dr. phil. promoviert.

Von 1993 bis 2003 war Halder wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Technischen Universität Dresden. 1999 habilitierte er sich dort mit der Arbeit Modell für Deutschland. Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsverwaltung in Sachsen 1945–1948. Ein Beitrag zur Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland. Von 2003 bis 2007 war er Vertretungsprofessor und Lehrbeauftragter an der TU Dresden und der HTWK Leipzig. Seit 2006 ist er Direktor der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf und Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.


 

 

Von Verdun nach Versailles – Die Endphase des Ersten Weltkriegs 1916-1918 / 20
8. März 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Prof. Dr. Winfrid Halder, Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Ende 1916 sah sich die deutsche Führung damit konfrontiert, dass das strategische Konzept, das seit Jahresbeginn mit der Eröffnung der Schlacht um das französische Festungssystem nahe des lothringischen Städtchens Verdun verfolgt worden war, gescheitert war. Ein Sieg über die französische Armee konnte nicht erzwungen werden, trotz der gewaltigen Verluste, die beide Seiten erlitten hatten. Der Ausgang des Krieges, von dessen Kürze alle Beteiligten bei seinem Ausbruch im Sommer 1914 überzeugt gewesen waren, war mehr als zwei Jahre später völlig offen.

Weitere zwei Jahre später lag nicht Frankreich, das Ende 1916 unmittelbar vor dem militärischen Zusammenbruch stand, am Boden, sondern das damalige Deutsche Reich. Obwohl die deutschen Streitkräfte auf dem östlichen Kriegsschauplatz einen vollständigen Erfolg über Russland erkämpft hatten, der im harten Friedensvertrag von Brest-Litowsk (03. März 1918) seinen Niederschlag fand, ging der Krieg insgesamt verloren. Das hatte mit strategischen Fehlentscheidungen auf deutscher Seite zu tun, die nicht zuletzt dazu führten, dass die Vereinigten Staaten von Amerika zum ersten Mal in der Geschichte seit April 1917 in einen militärischen Konflikt auf dem europäischen Kontinent eingriffen. Das war aber auch mitbedingt durch die oft vernachlässigten Entwicklungen bei den deutschen Bündnispartnern, vorzugsweise der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie.

Gegenüber dem Sommer 1914 hatte sich mit den Friedenschlüssen von 1919 in Versailles und in Trianon und 1920 in St. Germain nicht allein die politische Landkarte Europas grundlegend verändert, auch die globale Machtverteilung hatte sich mit enorm weitreichenden Konsequenzen verschoben: Das Ende des Ersten Weltkrieges begründete auch die das gesamte restliche 20. Jahrhundert prägende globale Machtkonkurrenz zwischen den USA und der seit 1917 geschaffenen Sowjetunion.


 

 

UNESCO-Weltkulturerbe Thorn und Marienburg

Im Jahr 2018 findet das Europäische Kulturerbejahr statt – zugleich ist dieses Jahr mit wichtigen historischen Ereignissen der Weltgeschichte verbunden: zum Einen jährt sich zum hundertsten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs, zum Anderen feiern 2018 viele europäische Staaten das hundertjährige Jubiläum ihrer Unabhängigkeit.

Durch die vielen nacheinander erfolgten Verkettungen von Kriegen und Konflikten sowie dem daraus resultierten Weg über die Jahrhunderte in ein friedliches Miteinander eignet sich das Jahr 2018 in besonderer Weise für eine eingehende Beschäftigung mit der Geschichte und den Grundvoraussetzungen einiger Weltkulturerbegüter im heutigen Polen.

Die internationale Organisation UNESCO, welche gleichzeitig eine der 17 rechtlich selbstständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen mit Sitz in Paris ist, verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Der Titel beruht auf der mit Stand 2016 von 193 Staaten und Gebieten ratifizierten Welterbekonvention von 1972. Die Aufgabe der UNESCO ist die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur sowie Kommunikation und Information. Die Liste des Weltkultur- und Naturerbes UNESCO ist das Ergebnis langwieriger, mehrere Jahrhunderte lang dauernder Prozesse, die im Bewusstsein der Menschen stattfinden, die mit der Empfindlichkeit für die Bedeutung der materiellen Relikte der Vergangenheit verbunden sind. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde das Erbe zu einer Basis für den wachsenden Respekt gegenüber der Vergangenheit und ihren Zeugen.

Thorn
22. März 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Georgios Paroglou B.A., Münster

Die Stadt Toruń / Thorn entstand 1233 als Stadtgründung des Deutschen Ordens. Als einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Siedlungskomplexe in Nordeuropa wurde die Altstadt 1997 zum Welterbe der UNESCO ernannt.

Die ab 1233 erbaute Ordensritterburg bildet das Bindeglied zwischen der zeitgleich entstandenen Altstadt und der 1264 gegründeten Neustadt. Diese Kombination sei eine seltene Form einer mittelalterlichen Siedlung, heißt es in der Begründung der UNESCO für die Verleihung des Welterbe-Titels. Die Stadt habe in bemerkenswertem Umfang ihre frühere Straßenführung und die wichtigsten Bauwerke erhalten und liefere ein bedeutendes Quellenmaterial für die Entwicklung der Städte im mittelalterlichen Europa. Es sei ein „herausragendes Meisterwerk des menschlichen kreativen Geistes.“ Toruń habe mit seiner meisterhaften Architektur die Entwicklung anderer Städte im Ordensstaat sowie in weiteren Teilen Europas beeinflusst. In der Stadt Thorn ist eine Vielzahl aus Backstein erbauter, gotischer Gebäude zu finden. Darunter befinden sich monumentale Kirchen, das Rathaus und Bürgerhäuser, welche fast vollständig erhalten sind. 1280 trat die Stadt der Hanse bei und wurde somit zu einem wichtigen mittelalterlichen Handelszentrum.

Thorn wurde als zweite mittelalterliche Stadt nach Krakau in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Aufnahme bestätigt den außergewöhnlichen Wert der Stadt, der für die gesamte Menschheit erhalten bleiben sollte. Sie befindet sich neben den großartigen und allgemein bekannten Altstädten von Rom, Florenz, Siena, Grenada, Paris, Lübeck oder Prag. 1994 bekam Thorn von Lech Walesa den Titel „Geschichtsdenkmal“ verliehen.

Georgios Paroglou studierte Kunstgeschichte und Romanistik in Münster. 2012 und 2013 war er Organisator der Vortragsreihe „Irgendwas mit Kunst“ zu Berufen in der Kunstwelt. Mit sechs weiteren Kunsthistorikern kuratierte er 2014 das Jahresprogramm „FAK.14“ des Fördervereins Aktuelle Kunst e.V. in Münster. Im Jahr 2016 war er an der Realisierung der Soundinstallation VOLUM III des Künstlerkollektivs Korinsky im Großen Wasserspeicher Prenzlauer Berg in Berlin beteiligt. Während der Skulptur Projekte Münster 2017 war Georgios Paroglou Volontär und Assistent im Kuratorenteam.


 

 

Die romantische Wiederherstellung der Marienburg ab 1817.
200 Jahre Denkmalpflege in Deutschland
17. Mai 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Prof. Dr. Christofer Herrmann, Universität Danzig / TU Berlin

Die Marienburg in Westpreußen wurde 1997 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Der ehemalige Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens ist nicht nur ein bedeutender Ort mittelalterlicher Geschichte, sondern auch ein Denkmal der Denkmalpflege. Seit 200 Jahren wurde der riesige Backsteinkomplex immer wieder restauriert und zum Teil rekonstruiert. Nirgends in Europa lässt sich die Geschichte der Denkmalpflege in ihren verschiedenen Ausprägungen so gut nachvollziehen wie hier.

Marienburg ist die Geburtsstätte der modernen Denkmalpflege in Deutschland. Am 3. August 1817 wurde die erste Wiederherstellung der Marienburg mit einem Festakt begonnen. Die damals begonnene Rettung des alten Ordenssitzes hat als „romantische Restaurierung“ Geschichte geschrieben und war eine Pioniertat des Denkmalschutzes. Bevor jedoch die Restauratoren an ihr Werk gehen konnten, musste die Marienburg erst einmal wiederentdeckt und wertgeschätzt werden. Dies war ein langer Vorgang, der 1794 mit dem Besuch Friedrich Gillys in Marienburg begann und eng mit der Frühgeschichte der Romantik verbunden ist. Der Vortrag wird dieses interessante Kapitel der Wiederentdeckung und romantischen Restaurierung der Marienburg schildern.

Christofer Herrmann, geboren 1962 in Mainz, studierte Kunstgeschichte, deutsche Volkskunde, Slawistik und Politikwissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und schloss 1993 mit der Promotion ab. Von 1995 bis 2005 war Herrmann außerordentlicher Professor am Lehrstuhl für Germanistik der Universität Allenstein / Olsztyn. 2005 habilitierte er sich an der Universität Greifswald. Seit 2006 ist Herrmann außerordentlicher Professor am Institut für Kunstgeschichte der Universität Danzig. Seit 2015 leitet Herrmann ein Forschungsprojekt zum Hochmeisterpalast auf der Marienburg an der TU Berlin im Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte.


 

 

Anetta Küchler-Mocny - „Friedensbilder“
Künstlerinnengespräch
5. Mai 2017, 14.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Im Rahmen ihrer Ausstellung „Friedensbilder“ wird die Künstlerin Anetta Küchler-Mocny mit Georgios Paroglou B.A., Kurator der Ausstellung und Dr. Thomas Sternberg über ihre Arbeiten, ihre künstlerische Entwicklung und die enge Beziehung zwischen Kunst und Religion in ihrem Zyklus „Oh Karol“ sprechen, aus dem die in Warendorf gezeigten großformatigen Gemälde stammen.

Dr. Thomas Sternberg ist ein deutscher Politiker und ehemaliger Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. Von 1988 bis 2016 war Sternberg Direktor der Katholisch-Sozialen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster und von 1997 bis 2013 Sprecher für kulturpolitische Grundfragen im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Er ist Mitglied im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft (KuPoGe). Seit 2001 ist Sternberg Honorarprofessor für Kunst und Liturgie an der Westfälischen Wilhelms-Universität. Am 20. November 2015 wurde er zum Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt und am 24. November 2017 für vier Jahre wiedergewählt. Sternberg engagiert sich zudem im Kunsthochschulbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen, ist Mitglied im Beirat der Kunststiftung NRW, im Kuratorium der Kunstsammlung NRW sowie im Vorstand der Landesmusikakademie NRW. Er ist zudem Vorstandsmitglied der Gesellschaft für neue Musik und Mitglied im Kuratorium der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.


 

 

Anetta Küchler-Mocny – „Friedensbilder“
Workshop mit Schülern der Kunstkurse des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums und des Gymnasiums Laurentianum
5. Mai - 25. September 2018, 11.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Die gebürtige Polin Anetta Küchler-Mocny hat sich in ihn ihrem Zyklus „Oh Karol“ mit der Person Karol Wojtylas als Papst Johannes Paul II. befasst und dessen Lebenssituationen auf Leinwand gebracht. In ihrer im Westpreußischen Landesmuseum gezeigten Ausstellung „Friedensbilder“ zeigt ihn Küchler-Mocny in Verbindung mit Tauben, die wie Johannes Paul II. als Boten des Friedens und zugleich als Friedenssymbole dienen.

Über ihr künstlerisches Schaffen wird Georgios Paroglou den Schülern der Kunstkurse des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums und des Gymnasiums Laurentianum berichten, ehe sie selber unter der Anleitung der Künstlerin persönlich zu Stift, Pinsel und Spachtel greifen werden. In Gruppen unterteilt, sollen sich die Schüler zunächst mit den allgemein verständlichen Friedenssymbolen wie der Taube, dem Peace-Zeichen, dem Schmetterling und vielen weiteren beschäftigen, bevor sie diese anschließend durch mehrmaliges Abpausen immer weiter abstrahieren.

Im Anschluss daran wird Küchler-Mocny den Schülern ihre spezielle Arbeitstechnik erläutern und mit ihnen gemeinsam in die Praxis umsetzen. In ihren Öl- und Acrylbildern gehe es ihr um die Realisierung ihrer Idee von Form, Struktur, Fläche und Tiefe sowie darum, eine Komposition durch Grundierung, Lasierung und pastosem Farbauftrag hervorzubringen.


 

 

Bernstein – das Gold der Ostsee
14. April bis Oktober 2018

Der Bernstein wird „das Gold des Nordens“ genannt und ist seit Jahrhunderten mit der Ostsee und der Kultur der Einwohner des Pommernlandes und der Geschichte Danzigs verbunden. Diese Stadt liegt an der Kreuzung der historischen und gegenwärtigen Bernsteinstraßen. In der Region um die Danziger Bucht gibt es ausgiebige und schöne Bernsteinvorkommen. Hier entstanden die Werke der hervorragender Meister des Bernsteinhandwerks. In Danzig findet die weltweit größte Internationale Messe für Bernstein, Schmuck und Juweliersteine Amberif statt. Jedes Jahr im März werden Hunderte von Ausstellern aus dem Inland und Ausland und Tausende von Kaufläuten aus der ganzen Welt von der Messe angelockt.

Danzig ist berühmt für die vielen renommierten Bernsteinbearbeitungswerkstätten. In einigen von ihnen kann man beim Verarbeitungsprozess und der Entstehung des Bernsteinschmucks zusehen. In den exklusiven Galerien und Juweliergeschäften werden die wunderschönen Gegenstände aus Bernstein angeboten. Man kann dort den Schmuck, die kleinen eleganten Figuren und sogar Lampen und Schiffsmodelle kaufen. Denn die Bernsteinerzeugnisse sind ein perfektes Mitbringsel.

Nicht verwunderlich ist die Tatsache, dass in Danzig die kostbaren musealen Kollektionen angesammelt wurden. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in dem Westpreußischen Provinzial Museum am Grünen Tor eine imposante Sammlung der Naturexponate mit rund siebzigtausend Objekten, und in dem Städtischen Museum - dem heutigen Nationalmuseum - gab es einige Dutzend außergewöhnlicher Nutzobjekte der alten Kunst. Leider gingen diese Sammlungen während des Zweiten Weltkrieges verloren. Ein kleiner Teil der Natursammlung vom unschätzbaren Wert wurde glücklicherweise im Schloss Reinhardsbrunn in Gotha wiedergefunden und danach an das Westpreußische Landesmuseum weitergeleitet.

Um an diese Tradition anzuknüpfen, wurde im Jahr 2000 das Bernsteinmuseum als eine Abteilung des Historischen Museums der Stadt Danzig ins Leben gerufen. Von Grund auf begann man mit der Kollektionserstellung und dem Einrichten des Museumssitzes, der sich im einzigartigen Danziger Architekturdenkmal befindet – im Kerkerturm mit Peinkammertor. Die feierliche Eröffnung fand am 28. Juni 2006 statt. In den letzten zehn Jahren hat das Bernsteinmuseum rund 2000 Exponate angesammelt und ca. 50 zeitlich begrenzte Ausstellungen organisiert, die von rund einer halben Million Besucher gesehen wurden.

Die Präsentation der Danziger Bernsteinsammlung im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf ist die erste Auslandsaustellung des Bernsteinmuseums, welches die Abteilung des Nationalmuseums bildet. Die ausgestellten Naturexponate, die Objekte der alten Kunst und auch die Erzeugnisse des Kunsthandwerks aus der Neuzeit werden durch Bilder vervollständigt, die die kostbaren Danziger Sammlungen zeigen. Die Geschichte der Bernsteinentstehung wird durch die Filme und Multimedia Präsentationen erweitert.

In Kooperation mit der Fakultät für Bernsteingestaltung der Kunstakademie Danzig werden Studenten von Prof. Dr. hab. Sławomir Fijałkowski ihre gegenwärtigen Arbeiten zum Thema Bernstein präsentieren.

Das breite Spektrum der präsentierten Exponate stellt eine Einladung zum Kennenlernen sowohl der Bernsteingeheimnisse und ihrer Geschichte als auch des polnischen Kulturerbes sowie die aktuellen Trends in der Bernsteinverarbeitung dar.



 

Vortrag: Bernstein – das Gold der Ostsee und seine Bedeutung für Danzig
8. Juni 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Bartlomej Kentzer M.A., Kurator am Bernsteinmuseum Danzig

Bernstein ist eng mit der östlichen Ostsee verbunden, denn noch immer findet man hier die größten Vorkommen des Baumharzes aus uralten Zeiten. Für Danzig, das heutige Gdańsk, war der Bernstein die Quelle des Reichtums und wurde nicht umsonst „das Gold der Ostsee“ genannt. Hier reicht die Tradition des Bernsteinhandels Jahrhunderte weit zurück, bis in die Zeit der legendären Bernsteinstraße. Erst vor wenigen Jahren haben Tübinger Forscher das alte Stadtkönigreich Qatna in Syrien ausgegraben und dort Bernstein gefunden, der um das Jahr 1345 v. Chr. dorthin gelangt sein muss. Die Spektralanalyse ergab, dass dieser Bernstein aus genau der Ostseeregion Danziger Bucht / Ostpreußen stammt.

Zum Stockturm im einstigen historischen Vortorkomplex an der Langgasse in Danzig gehörte einst die Folterkammer, der Pranger und das turmartige Gefängnis. Im Jahr 2006 wurde dort eine neue Abteilung des Historischen Museums von Danzig eingerichtet, das Bernsteinmuseum. Das Danziger Bernsteinmuseum ist Polens erstes Museum, das ausschließlich dem Bernstein und seiner Geschichte gewidmet ist.

Neben der Präsentation einzelner Glanzstücke aus der Sammlung wird Bartlomej Kentzer, Kurator am Bernsteinmuseum Danzig, anhand eines Vortrags über die Arbeit des Bernsteinmuseums und der außerordentlichen Bedeutung des „Goldes der Ostsee“ für die Stadt Danzig von der Antike bis zur Gegenwart sprechen.


 

 

Workshop: Bernstein – das Gold der Ostsee und seine Bedeutung für Danzig
9. Juni 2018, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Bartlomej Kentzer M.A., Kurator am Bernsteinmuseum Danzig

In einem zuvor stattfindenden Workshop wird Bartlomej Kentzer zudem die Geschichte und die Entstehung des Bernsteins, die historischen und die heutigen Arten der Bernsteingewinnung, die Geschichte der Bernstein-Handelswege und die natürlichen Vorkommen des Bernsteins, der gar kein Stein, sondern ein Baumharz ist, erläutern. Des Weiteren wird Kentzer über die verschiedenen Farbigkeiten des Bernsteins, dessen verschiedenen Bezeichnungen in der Sprachforschung, die Entstehung von Inklusen – Einschlüssen von Insekten, Pflanzen und anderen Lebewesen – sowie der Erkennung von echtem und falschem Bernstein durch physikalische und chemische Methoden referieren und den Besuchern des Workshops an praktischen Beispielen zum Ausprobieren demonstrieren. Auch der Wichtigkeit des Bernsteins als Kunstgegenstand und der diversen Bearbeitungs- und Schleifmethoden soll im Rahmen dieser Veranstaltung Raum gegeben werden.

Eine Veranstaltung des Kulturreferates als Rahmenprogramm zur Ausstellung „Bernstein – das Gold der Ostsee“.



 

Sommerkonzert im Westpreußischen Landesmuseum
10. Juni 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Für dieses Jahr ist nach Gesprächen – vor allem mit Frau Traute Horstmann als Eigentümerin des Klosters und gut vernetzte Warendorferin – ein Sommerkonzert in der Klosterkapelle und dem Museum geplant. Das genaue Programm, die Stücke und die Musiker stehen noch nicht fest, allerdings sind die Termine festgelegt und der Kontakt zu lokalen Musikerinnen, Sängerinnen, Musikschulen und Institutionen hergestellt.


 

 

Dia-Reportage: Westpreußen. Das Land am Unterlauf der Weichsel

14. Juni 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum Warendorf

Mit rund 480 Dias dokumentierte die Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, und Mittelpolen Impressionen von Landschaften und Städten Westpreußens. Das Land an dem unteren Lauf der Weichsel hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute in Polen gelegen, war es einst das Kernland des Deutschordensstaates, ein Teil Preußens und des Deutschen Reichs. Knapp 3.000 Kilometer ist die Kulturreferentin Magdalena Oxfort mit dem Journalisten Roland Marske durch dieses Land mit deutscher Vergangenheit und polnischer Gegenwart gereist und hat dabei den Zauber und die Schönheit seiner einzigartigen Landschaften und Städte eingefangen: Von der mit Seen durchsetzten Kaschubischen Schweiz im Westen, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, über die vom Deutschen Orden gegründeten und von der Backsteingotik geprägten Städte an der Weichsel, wie z.B. Thorn, Kulm oder Graudenz. Mit Erzählungen und Kommentaren von wichtigen Vertretern der einzelnen Städte und Orte ergänzt, werden die dazugehörigen Geschichten erläutert, um die Vielfältigkeit der sich immer noch dort befindlichen kulturellen Schätze zu verdeutlichen.

Selbstverständlich führt die Reise auch zur Marienburg: Das UNESCO – Weltkulturerbe ist eine der größten Backsteinfestungen der Welt. Ein weiterer Höhepunkt liegt an der Ostsee: Danzig, die Königin der Ostsee und kulturgeschichtliche Hauptstadt Westpreußens.

Dieser multimediale Beitrag wurde mit Hilfe von dem Direktor des Westpreußischen Landesmuseums und Partnermuseen in Polen produziert. Er soll auf eine populärwissenschaftliche Weise dem Betrachter die Geschichte und die Gegenwart Westpreußens näherbringen.

Dieser Foto-Beitrag ist die Fortsetzung der Dia-Reportage „Westpreußen – das Land am Unterlauf der Weichsel“, die im Jahr 2008 produziert wurde. Die Neuproduktion stellt nicht nur die landschaftlichen Impressionen der ehemaligen Provinz dar, sie bildet zugleich auch die wechselvolle Geschichte und die aktuellen, sozialpolitischen Situationen ab, um neue Perspektiven auf die besondere Region am Unterlauf der Weichsel zu eröffnen.


 

 

Multi-Visions-Show: Rund um die Ostsee. Die schönsten Städte, Küsten und Inseln
21. Juni 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Gemessen an den Weltmeeren ist die Ostsee ein kleines Meer. Dennoch teilen sich neun Anrainerstaaten seine Küste und für Deutsche genau so wie für Dänen, Schweden, Finnen, Russen, Esten, Letten, Litauer und Polen ist das Mare Balticum ihre beliebteste Urlaubsregion. Zu recht, denn hier können sie die Natur erleben, wo sie am schönsten ist. Das gleißende Weiß der Strände, grün bewachsene Steilküsten und immer wieder das Blau des Meeres bieten die perfekte Kulisse, um Geist und Seele eine Verschnaufpause zu gönnen.

Die Launen der Ostsee bestimmen auch den Rhythmus der Insel. Es sind kleine Welten für sich: Rügen, Bornholm, Saaremaa, die Ålands oder Gotland lohnen allein schon eine Reise.

Und auch das Hinterland wartet mit einigen Überraschungen auf. Regionen wie Masuren oder die finnische Seenplatte bieten Wälder, Seen und viel Einsamkeit. Hinzu kommt ein bemerkenswert vielfältiges Ensemble verschiedener Städte: mittelalterliche Städte wie Lübeck, Danzig, Riga oder Tallinn, die skandinavischen Metropolen Kopenhagen, Stockholm, Helsinki und natürlich St. Petersburg. Allen ist ihre beeindruckende Kulisse gemeinsam, wenn man sich ihnen vom Meer her nähert.


 

 

Weihnachtsmarkt im Westpreußischen Landesmuseum
in Zusammenarbeit mit folgenden Vereinen und Institutionen:

-Franziskanerkloster Warendorf
-Heinrich-Friederichs-Museum
-Dezentrales Stadtmuseum Warendorf mit den Abteilungen
„Klassizistisches Bürger-Palais“, „Gadem“ und „Torschreiberhaus“
-Hotel „Im Engel“ und Pralinenschmiede „Engelchen“
-Bund der Vertriebenen e.V. NRW
-Landsmannschaften (Bund der Danziger e.V.)
-Stadt Warendorf und Kulturamt der Stadt Warendorf
-Westpreußisches Landesmuseum Warendorf

Der alljährlich stattfindende Adventsmarkt im Westpreußischen Landesmuseum im Franziskanerkloster in Warendorf ist zu einer festen Tradition in der adventlichen Vorweihnachtszeit geworden.

Aufgrund des großen Erfolgs im Jahr 2017 öffnet das Westpreußische Landesmuseum auch 2018 am 8. oder 9. Dezember 2018 von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr seine Pforten zu einem ganz besonderen vorweihnachtlichen Fest: in Zusammenarbeit mit Warendorfer Kulturinstitutionen und Gastronomen auch christlichen Organisationen und der Stadt Warendorf selbst knüpft das Kulturreferat für Westpreußen an die in der Vergangenheit organisierten „Ostdeutschen Weihnachtsmärkten“ an und lädt zu einem Weihnachtsmarkt mit weihnachtlichen Spezialitäten und Kunsthandwerk ein.

Bei geselliger Runde mit Gebäck, adventlichen Spezialitäten und Feinkost wie Brotaufstrichen, Kuchen und Getränken aus Schlesien, Pommern und Westpreußen soll am Wochenende des 2. Advents in den Räumlichkeiten des Museums Weihnachtsstimmung für Erwachsene und Kinder aufkommen. Einwohner aus dem Kreis Warendorf, die Landmannschaften und Mitglieder des Bundes der Vertriebenen NRW werden traditionell-weihnachtliches Kunsthandwerk, darunter auch Holz und Keramikarbeiten, ostdeutsche Traditionen und andere Erinnerungen aus ihrer Heimat präsentieren. Anlässlich dieser Veranstaltung wird auch die reichlich geschmückte Klosterkirche für weihnachtliche Konzerte geöffnet sein.  Die örtlichen Chöre, die Musikschulen und private Musiker werden gemeinsam mit dem Kulturreferat ein weihnachtliches Programm im Kloster verwirklichen. Für die Kinder ist mit dem Lesen aus Weihnachtsmärchen ein abwechslungsreiches Programm geplant.



 

Winterkonzerte im Westpreußischen Landesmuseum und in der
Klosterkapelle
9. Dezember 2018, ganztägig

Für dieses Jahr sind nach Gesprächen – vor allem mit Frau Traute Horstmann als Eigentümerin des Klosters und gut vernetzte Warendorferin –insgesamt 6 Konzerte in der Klosterkapelle und dem Museum geplant. Das genaue Programm, die Stücke und die Musiker stehen noch nicht fest, allerdings sind die Termine festgelegt und der Kontakt zu lokalen Musikerinnen, Sängerinnen, Musikschulen und Institutionen hergestellt.


 

 

Grenzübergreifende Projekte mit Projektpartnern und Partnerinstitutionen in Polen


Vortrag: „Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“. Ein eindrucksvollesLandschaftsgemälde von Jozef Czapski in Zoppot aus der Sammlung des Stadtmuseums Zoppot
24. Mai 2018, 19.00 Uhr, Stadtmuseum Zoppot / Muzeum w Sopocie

„Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“ (polnisch „Widok sopockiej plazy“ ist ein Landschaftsgemälde, das von Jozef Czapski 1937 gemalt wurde. Es entstand während des Aufenthalts des Künstlers in Zoppot. Dieser Ort ist ein berühmter und beliebter Küstenkurort an der Ostsee - pulsierend und mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, der Anfang des 20. Jahrhunderts viele Künstler anzog.

Nach seinem jahrelangen Studienaufenthalt in Paris in den 1930er-Jahren blieb Jozef Czapski unter dem Einfluss der Kunst der französischen Postimpressionisten. Seine Faszination galt der Malerei von Paul Cézanne und Chaim Soutine. In den Gemälden, die er damals schuf, dominierte die Farbe mit der die Komposition und die Stimmung aufgebaut wurden. Nach dem Vorbild der Pariser Meister entstand die Zoppoter Landschaft unter Verwendung von kleinen Farbflecken und hellen, warmen Farbtönen.

Czapski suchte in den Porträts, Landschaften, Stillleben und in den Sittengemälden eine geistige Dimension, seine Aufmerksamkeit richtete er in den scheinbar banalen Gegenständen und den Szenen des Alltags auf die psychologischen Aspekte. Als Entwicklung daraus malte er heitere, weite Landschaften, bei der die Farbe mit subtilen Pinselstichen aufgetragen wurde, die auf der Leinwand eine einheitliche Malmaterie bildeten. Jozef Czapski lebte bis zu seinem Tod 1993 in Maisons-Laffitte, einem kleinen Ort in der Nähe von Paris. Dort arbeitete er für das Literarische Institut und für die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Kultura“.

Czapskis Malerei, die schwierig zu definieren ist, befindet sich hauptsächlich in privaten Sammlungen - nur einige wenige Gemälde schmücken die Sammlungen von Museen. Die zerstreuten Werke, die in verschiedenen Ausstellungen in den letzten Jahren auftauchen, verblüffen mit ihrer Andersartigkeit und faszinieren zugleich mit dem Nachsinnen über Vergänglichkeit und die Flüchtigkeit des menschlichen Schicksals.

Der sentimentale Blick auf das ruhige Meer, die entfernte Klippe in der Tiefe der Darstellung und der von der Café-Terrasse beobachtete Strand sind die zentralen Elemente des Zoppoter Gemäldes. Es ist das einzige Werk dieses Künstlers, das sich seit 2009 in der Sammlung des Stadtmuseums Zoppot / Muzeum w Sopocie befindet. „Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“ gehört zu den sehr wenigen Werken von Czapski aus den 1930-er Jahren, die bis heute erhalten geblieben sind.

Wioleta Pienkowska-Kmiecik ist Kunsthistorikerin, ihr Fachgebiet umfasst die Danziger Malerei im 19. und 20. Jahrhundert. Sie ist Autorin einer Publikation über die Künstler Berthold Hellingrath, Fritz August Pfuhle, die in Pommern tätig waren und kuratierte unter anderem Ausstellungen zu Berthold Hellingrath, Janusz Uklejewski und die Ausstellung „100 Jahre Schöpfung in Danzig 1850-1950“. In den Jahren 1996 bis 2011 arbeitete sie im Historischen Museum der Stadt Danzig, 2011 bis 2014 im archäologischen Museum in Danzig und Zoppot. Aktuell ist sie Beamtin in der Kulturabteilung der Woiwodschaft Pommern. Wioleta Pienkowska-Kmiecik ist Mitglied in der Kunsthistorikergesellschaft, erfahrene Museumsmitarbeiterin und Kulturbeamte.


 

 

Sankt-Johannis-Nacht: Kaschubische Mittsommer-Traditionen
23. Juni 2018, Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu

Bis in die moderne Zeit ist die Mittsommernacht als ein spektakuläres heidnisches Fest bekannt. Viele Bräuche sind mit dem Wasser, dem Feuer, sich entfaltenden magischen Kräften von Pflanzen und der Selbstreinigung verbunden. So ist es üblich, dass junge Frauen mit Kerzen bestückte geflochtene Blumenkränze in Flüsse niederlassen und anhand ihres Driftens im Wasser die eigene Zukunft ablesen. Ein anderer Brauch ist das Springen von jungen Paaren über ein Lagerfeuer.

Es gab einen alten Glauben, dass in dieser Nacht die einzige Zeit im Jahr ist, in der Farne kurzzeitig blühen. Wer somit eine Farnblume fand, konnte mithilfe der Blüte alle in der Erde verborgenen Schätze sehen. Aus diesem Grund suchten viele Menschen in den Wäldern nach blühenden magischen Farnen. In Polen wird das Fest als Noc Świętojańska (Sankt-Johannis-Nacht) am Fest des Heiligen Johannes des Täufers, 24. Juni gefeiert. Eine Kurzbezeichnung ist „Wianki“, das auf deutsch „Kränzchen“ bedeutet und auf die geflochtenen Blumenkränze der jungen Frauen anspielt.

Johannisfeuer, Johanniskräuter, Johannisblumenkränze, Johanniszaubersprüche finden überall ihren Zuspruch. In der Kaschubei existiert ein Ritual in Form eines fingierten Gerichtsverhandlung mit dem Titel „Die Milan-Enthauptung / Ścinanie Kani“, in dem ein Vogel - der Rote Milan - für alle Sünden, wie für besonders lange Dürre, Unfruchtbarkeit, unerwünschte Schwangerschaft aber auch ganz offensichtlich eine schlechte Note in der Schule verurteilt wird. An dem Prozess waren in alter Tradition die gesamte Dorfgemeinschaft mit den wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen, wie dem Dorfsvogt mit seiner Frau, der Richter, der Henker, und der Knecht beteiligt.

In Krockow wird dieser Brauch jährlich für die Jüngsten nur durch die Mitarbeiter des Regionalmuseums organisiert. Der Kreis wird vom Jahr zu Jahr immer größer, sodass sich die Möglichkeit ergeben hat, diesen Brauch auf besonderer Art zu präsentieren. Aus dem Volksgericht wurde ein Kindertheaterstück konzipiert, das im Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu aufgeführt werden soll.

Grazyna Patryn, Leiterin des Regionalmuseums in Krockow, hat sich insbesondere mit den längst vergessenen Bräuchen des kaschubischen Mittsommerfestes befasst. Am Abend und in der Nacht des 23. Junis 2018 wird sie im Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu die Traditionen für die Besucher aufleben lassen sowie durch Lesungen und der Theateraufführung des Stücks „Die Milan-Enthauptung / Ścinanie Kani“ mit den Mitgliedern des Kaschubischen Heimatvereins des Freilichtmuseums erfahrbar machen. Der polnische Sender TVP wird die Aufführung des Stückes aufzeichnen und mit deutschen Untertiteln versehen im polnischen Fernsehen ausstrahlen.

Ein gemeinsames Projekt des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit dem Regionalmuseum Krockow und dem Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu.

Weitere Beteiligte sind das Museum des Putziger Landes / Muzeum Zimei Puckiej in Putzig / Puck, der kaschubische Verein Krokowa und die Kindertheatergruppe „Naniby“



 

„Die Schlacht bei Schwetzin“. Der Deutsche Orden in der Kaschubei
Ausstellung im Regionalmuseum Krockow mit Begleitprogramm
ab Juni 2018

Nicht weit von Krockow befindet sich ein Dorf mit dem Namen Schwetzin, 
in dem am 17. September 1462 eine entscheidende Schlacht während des Dreinzehnjährigen Krieges (1454-1466) stattfand.

Das Regionalmuseum in Krockow  zeigt 2018 das bahnbrechende Moment des Krieges, das so genannte „zweite Grunwald“ in einer zentralen Ausstellung. Die Schlacht ist bis heute nicht so bekannt wie die Schlacht bei Tannenberg, sie brachte aber eine viel größere Bedeutung mit sich:  Die nächsten Kriegshandlungen öffneten die kaufmännischen Wege zwischen Danzig und dem Königsreich Polen, da der Deutsche Orden als Folge der Schlacht Pommerellen und einen Teil des Ermlandes mit der Marienburg an das Königsreich Polen zurückgeben musste.

Das polnische Heer umfasste ca. 1000 Ritter und 1000 Mann Fußvolk, befehligt von Piotr Dunin, einem erfahrenen Soldaten und Burggrafen von Krakau. Das Heer des Deutschen Ordens kommandierte Fritz Ravenec, einer der prominentesten Führer der Kreuzritter, dessen Streitmacht 1000 Ritter und 1700 Mann Fußvolk (darunter 1300 Bauern) umfasste.

An der Organisation der Ausstellung ist das Museum in Putzig und die „Ritterbruderschaft vom nordischen Stern“ beteiligt, die jährlich auch in Schwetzin eine Neuinszenierung der Schlacht organisiert. Die Nachstellung der Schlacht wird am 2. Juni 2018 zu sehen sein;  einen  Vorgeschmack auf das Spektakel bietet während der Ausstellungseröffnung eine lebendige Lesung der Geschichte mit mittelalterlichem Picknick, das speziell an Kinder adressiert ist.


 

 

5. Welttreffen der Danziger in Danzig
6. bis 8. Juli 2018, Danzig

mehrere Veranstaltungsorte: Historisches Museum der Stadt Danzig – Abteilung Rathaus, Artushof, Krantor, Europäisches Zentrum der Solidarnosc

Bereits im Jahr 2015 fand am 5. September im Europäischen Zentrum der Solidarnosc der vom Bund der Danziger e.V. organisierte „Tag der Danziger“ statt, bei der ehemalige Danziger während eines Festaktes offizielle Vertreter der heutigen Stadt wie unter anderem den Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Pawel Adamowicz und den Direktor des Zentrums Basil Kerski trafen, um über die gemeinsame Geschichte und die noch wichtigere Verständigung zu sprechen.

Drei Jahre nach dieser Veranstaltung findet im Jahr 2018 das inzwischen 5. Welttreffen der Danziger statt, das inhaltlich vom Historischen Museum der Stadt Danzig und dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen auf persönlicher Einladung des Danziger Stadtpräsidenten Pawel Adamowicz ausgerichtet wird – mit einem Großteil der Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit als Gäste.  Die Treffenreihe wurde im Jahr 2002 initiiert und genießt immer größeres Interesse, vor allem unter ehemaligen Einwohnern der Stadt, ihrer Nachkommen, ausländischen Freunden und Anhängern Danzigs. Das im Vier-Jahres-Turnus stattfindende Welttreffen der Danziger wird organisiert, um die Tradition der Weltoffenheit und Gastfreundschaft zu pflegen.

Während dieser drei Tage, die ein umfangreiches kulturelles Programm an verschiedenen Orten der Stadt vorsehen, wie dem Historischen Rathaus der Stadt Danzig, dem Artushof, dem Krantor und dem Europäisches Zentrum der Solidarnosc, wird sich das Kulturreferat als Kooperationspartner und Projektinitiator mit Vorträgen von Fachreferenten zur deutsch-polnischen Geschichte und weiteren Veranstaltungen beteiligen. Als Programmergänzung sind außerdem der Besuch des neu eröffneten Museums des Zweiten Weltkrieges sowie Stadtbesichtigungen zum Deutschtum und der Geschichte Danzigs vorgesehen. Zudem ist an diesen Tagen ein Treffen zwischen dem Kulturreferat und Adamowicz mit der Generalkonsulin Cornelia Pieper zu Gesprächen für weiterführende Kooperationen geplant.

Ein Projekt mit der Stadt Danzig, dem Bund der Danziger e.V., der Deutschen Minderheit, dem Kulturamt der Stadt Danzig, dem Europäischen Zentrum der Solidarnosc, dem Historischen Museum der Stadt Danzig und dem Büro des Stadtpräsidenten Adamowicz.



 

Gärten, Parkanlagen und Gartenkultur in Danzig.
Ein Projekt des Historischen Museums der Stadt Danzig im Uphagenhaus
Juni bis Oktober 2018

Die künstlerische Gestaltung von Gärten und Parkanlagen erfreute sich durch lange Tradition von großer Beliebtheit, sodass sich noch heute in Danzig zahlreiche Grünanlagen in Danzig und im Umland der Stadt finden lassen.

Der Garten- und Parkkomplex in Orunia / Ohra bildet einen der schönsten Parks in Danzig und ist malerisch inmitten der Hügellandschaft von Orunia gelegen. Erste Erwähnungen über das Jagdgut stammen aus dem 16. Jahrhundert. Anfang des darauffolgenden Jahrhunderts war Bürgermeister Bartholomäus Schachmann Eigentümer des Anwesens und seit 1630 gehörte es Jan Czirenberg an. Mit ihm kam für das Anwesen seine Blütezeit.

Im Park wurden zahlreiche Bäche, Kaskaden, Aussichtspunkte, Labyrinthe, seltene Baum- und Straucharten angelegt sowie stattliche Skulpturen aufgestellt. Der Gutshof wurde von Danziger Patriziern, Wissenschaftlern und bekannten Künstlern besucht. Der herausragendste Gast in der Ohraer Residenz war König Friedrich August II. von Sachsen, der hier 1698 weilte. Eigentümer des Anwesens war in dieser Zeit der reiche Reeder Albrecht Groddeck. Zu Zeiten der Familie Groddeck wurde die Residenz auch vom berühmten Mathematiker Johann Bernoulli besucht. Die Napoleonischen Kriege am Anfang des 19. Jahrhundert verwandelten jedoch den Park zu einer Ruine.

Nächster Eigentümer war der Danziger Handelsrat Friedrich August Hoene, der den Gutshof wiederaufbauen ließ und ihm klassizistische Gestalt verlieh. 1918 übergab Hoenes Tochter Emilia den Park der Stadt. Heute gehört er zu einem der Lieblingsausflugsorte für die Einwohner Danzigs.

Das Historische Museum der Stadt Danzig zeigt im Jahr 2018 in den Ausstellungsräumen des Uphagenhauses die Geschichte und die Entwicklung der Park- und Gartenkultur und Gartenkunst in Danzig im Verlauf der Jahrhunderte. Hierbei sollen Gärten berühmter Danziger Einwohner und öffentliche Grünanlagen aus verschiedenen Teilen der Stadt präsentiert werden.

Die zweisprachige, deutsch-polnische Ausstellung besteht aus mehreren, aufeinander aufbauenden Teilen.

Im ersten Teil werden ausgewählte Danziger Gärten und Grünanlagen sowie deren Entstehung, Entwürfe und Pläne gezeigt.

Der zweite Teil ist der Gesamtwirkung eines Danziger Gartens gewidmet: welche Stimmung und welchen Eindruck machte er auf den Besucher? Weitere Aspekte dieses Abschnittes sind das Genießen der Aussicht und die Naturaffirmation, das Vergnügen, Musik, Theater und Tanz, aber auch Nachdenklichkeit und melancholische Elemente wie Heldendenkmäler und Monumente des Erinnerns

Im dritten Teil werden die Ausschmückung und die Ausstattung der Grünanlagen durch Gartenpfade, Rinnsale, Brunnen, Alleen, künstlerische Arrangements von Blumenbeeten und Labyrinthen thematisiert.

Der vierte Ausstellungsteil befasst sich mit der Architektur, die die Gartenkompositionen bereichern, wie beispielsweise Orangerien, Belvederes Grotten Statuen und Gartenskulpturen.

Die Ausstellung wird von einem mehrtägigen Edukationsprogramm begleitet, das sich an Besuchergruppen aus Deutschland und Polen richtet.  Für dieses Programm wurde ein Workshop zur ökologischen Bildung in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten konzipiert.

Ein weiterer Outdoor-Workshop wird in den Parks und Gärten stattfinden. Dabei sollen die heute schon unsichtbaren Parkgrenzen gefunden, die ehemaligen Grünkompositionen identifiziert und die Elemente der Gartenarchitektur entdeckt werden.

Ein Projektvorhaben in Zusammenarbeit des Historischen Museums der Stadt Danzig – Abteilung Uphagenhaus mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.



 

Die Geschichte der Gartenkultur in Danzig.
Internationaler Workshop mit Fotodokumentation und Ausstellung
10. und 11. Juli 2018

Danzig sowie in Oliva und im bischöflichen Garten der Kathedrale in Oliva

Für Juli 2018 ist ein deutsch-polnischer, generationsübergreifender Workshop im Rahmen der Ausstellung „Gärten, Parkanlagen und Gartenkultur in Danzig“ geplant, bei dem das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit Gästen aus Deutschland anwesend sein wird. Während der mehrtägigen Veranstaltung sollen Berichte und ikonografische Materialien über die damaligen Gärten und Grünanlagen, die bis 1945 existierten, betrachtet, untersucht und besprochen werden. Im Anschluss daran soll eine Kuratorenführung stattfinden mit einer darauffolgenden Rundfahrt zu mehreren Parks und Gärten in Danzig.

In einem weiteren Schritt werden die deutsch-polnischen Teilnehmer – darunter Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit in Begleitung der Danziger Fotografiegesellschaft Spuren der ehemaligen Gärten sowie die heutigen Parkanlagen der Stadt fotografisch einfangen.

Die daraus entstandenen Fotos sollen im Anschluss auf einer eigens hierfür gestalteten Internetseite und als Wanderausstellung in Deutschland sowie in Polen und gezeigt werden. Anlässlich der Ausstellung wird eine Publikation zum 20jährigen Bestehen des Uphagenhauses herausgegeben, in der ebenfalls die Fotografien sowie die Ergebnisse des Workshops dokumentiert sind.

Ein Projekt in Zusammenarbeit des Historischen Museums der Stadt Danzig – Abteilung Uphagenhaus mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen und der Danziger Fotografiegesellschaft. Teilnehmer des Workshops werden außerdem Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit sein.



 

Danziger Medaillen aus der Sammlung des Westpreußischen Landesmuseums
in Danzig
Historisches Museum der Stadt Danzig – Abteilung Rathaus

In den vorherigen Jahren hatte der aus Danzig und Marienburg stammende renommierte Kunsthistoriker und Numismatiker Dr. Tomasz Olkowski die Münzen- und Medaillensammlung des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf und weiterer privater Sammler gesichtet und erforscht.

In Anbindung an dieses Langzeitprojekt soll 2018 im Historischen Museum der Stadt Danzig als Ergebnis der Untersuchungen eine Ausstellung mit der Medaillensammlung des Westpreußischen Landesmuseums eröffnet werden, die zudem die Geschichte der Medaillen, die Anlässe ihrer Prägung, die Produzenten, die zur Herstellung verwendeten Techniken und ihre jeweilige Ikonographie thematisiert. Vom 5. bis 9. Februar 2018 wird Dr. Tomasz Olkowski erneut nach Warendorf reisen, um an diesen Tagen eine Auswahl an Medaillen und weiteren Exponaten für Danzig auszuwählen.



 

Projekte und Veranstaltungen mit Schulen und Bildungsinstitutionen
Flucht und Vertreibungen in der deutsch-polnischen Geschichte
Workshop mit der Stufe Q2 des Mariengymnasiums Warendorf
31. Januar 2018, 11.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Magdalena Oxfort M.A.
Roswitha Möller, BdV NRW, Bund der Danziger
Winfried Patzelt, Beckum

In den Jahren 1938 bis 1950 waren zahlreiche Völker und Volksgruppen von Evakuierung, Flucht, Bevölkerungsaustausch, Vertreibung und Zwangsaussiedlung betroffen. Nach dem Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes und der militärischen Niederlage Polens führten Deutschland und die Sowjetunion hinter der vereinbarten Demarkationslinie umfangreiche Bevölkerungsverschiebungen durch und setzten die Deportationen auch nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion fort. Die Exilregierungen Polens und der Tschechoslowakei gewannen die großen Alliierten für den "Transfer" der Deutschen aus Ostdeutschland und den Sudetengebieten nach dem Ende des Krieges. Ziel dieser Politik war (neben der Vergeltung für die Rolle der deutschen Minderheiten bei der Zerschlagung ihrer Nationalstaaten und für die grausame Besatzungspolitik) die nationale Homogenisierung, von der sich die kleineren Staaten größere Sicherheit erhofften.

Angesichts der gegenwärtigen politischen Lage erhält die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit den Themen Flucht und Vertreibung einen wichtigen Aktualitätscharakter und wirft in Bezug auf die Vergangenheit in unserer heutigen Generation einige Fragen auf: Wie haben die Menschen damals die Vertreibung erlebt und was gab ihnen die Möglichkeit, an einem anderen, sogar fremden Ort eine neue Heimat zu finden?

Roswitha Möller, Vorsitzende des Bundes der Danziger stammt aus Danzig und musste selbst mit ihrer Familie fliehen. In einem persönlichen Gespräch mit den Teilnehmern wird sie von ihren Erlebnissen erzählen. Winfried Patzelt stammt gebürtig aus Schlesien und hat nunmehr seit 60 Jahren eine neue Heimat in Beckum gefunden. Dem Publikum wird er seine Geschichte erzählen: vom Verlassen seines Heimatortes und den Anfängen in Beckum bis hin zum Wiederbesuch des Geburtsortes und dem engen Kontakt mit dessen heutigen Bewohnern in Polen.

Dieser Workshop findet auf Wunsch der Lehrerin Cordula Mense-Frerich in Ergänzung zum Unterrichtsinhalt statt.



 

Kunstunterricht im Westpreußischen Landesmuseum – Expressionismus

21. Februar 2018, 14.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
9. und 10. Klassen sowie die Q1 des Gymnasiums Laurentianum, im Rahmen des Kunst- und Geschichtsunterrichts

Museen können mit ihren hunderten Gemälden, Skulpturen, und weiteren Objekten für große und kleine Gäste wahre Fundgruben sein – an fast jeder Wand, in der hell beleuchteten Vitrine oder in einer dunklen Ecke lässt sich das eine oder andere Ausstellungsstück entdecken, das im Gedächtnis bleibt und sich nicht so schnell vergessen lässt.

Wer sind die dargestellten Personen auf der Tapisserie? Wem gehörte die Kinderpuppe? Mit welchen Gewürzen wurde der Wein in der kostbaren Silberschale versetzt und aus welchem Ort stammt die Heimaterde?

Am 21. Februar verlegen die Schüler aus den Klassen 9 und 10 sowie der Q1 des Gymnasiums Laurentianum in Begleitung der Kunstlehrerin Julia Holz ihren Kunstunterricht ins Westpreußische Landesmuseum. Im Zentrum des ersten Workshops wird der Expressionismus stehen. Anhand eines altersgerechten Vortrags mit anschließender Führung durch das Museum werden Dr. Lothar Hyss, Direktor des Westpreußischen Landesmuseums und Magdalena Oxfort, Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen, die Werke bedeutender Künstler dieser Stilrichtung besprechen: darunter werden auch Gemälde von dem aus Marienburg stammenden Maler Bruno Krauskopf sein, von denen sich einige in der Sammlung des Westpreußischen Landesmuseums befinden.

Im Anschluss daran soll das Erfahrene und Erlernte von den Schülern künstlerisch umgesetzt werden.

Dieser Workshop soll in regelmäßigen Abständen in Absprache mit den Kunstlehrern der Warendorfer Schulen unter Berücksichtigung des Lehrplans als Dauermaßnahme stattfinden. Die fertigen Arbeiten sollen im Westpreußischen Landesmuseum und im Gymnasium Laurentianum gezeigt werden.



 

Workshop: Glasmalerei und Kirchenfenster – Geschichten in Bildern
Juni / Juli 2018, 11.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
in Zusammenarbeit mit der Kunstlehrerin Julia Holz, Gymnasium Laurentianum Warendorf

Glasmalerei und bunte Kirchenfenster üben seit Jahrhunderten eine nahezu magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Schon im 6. Jahrhundert schrieb ein Gelehrter, dass „...für den, der nicht gelehrt ist und nur schauen kann, ein Bild das gibt, was für den, der lesen kann, die Schrift erreicht.“ Für die einfachen Menschen im mittelalterlichen Europa waren die Kirchen daher nicht nur Orte der Anbetung, sondern auch gewaltige Bilderbücher. In den großen Kathedralen gab es eine Fülle von Statuen und Schnitzereien, Altarbildern und Fresken, die Geschichten aus der Bibel, Heiligenlegenden und kirchliche Morallehren veranschaulichten. Besonders eindrucksvoll waren die großen Buntglasfenster, die nicht nur Geschichten erzählten, sondern den Kirchenraum in ein überirdisch anmutendes Licht tauchten, wenn die Sonne durch die farbigen Scheiben fiel.

Ihren Höhepunkt erreichten die Glasmalerei und die Kirchenfenster mit ihrem feingliedrigen Maßwerk in der Hochgotik. Berühmte Beispiele dafür sind die Fensterrosen der großen Kathedralen Notre-Dame de Paris mit der Sainte-Chapelle, Reims und Chartres, aber auch in der Marienburg, im gesamten weiteren europäischen Raum und auch in Warendorf lassen sich herausragende Beispiele dafür finden.

Im Rahmen eines Workshops wird die Kunstlehrerin Julia Holz mit ihren Schülern vom Gymnasium Laurentianum das Westpreußische Landesmuseum besuchen. Nach einer kurzen kunsthistorischen Einführung werden die Schüler die barocke Kapelle des ehemaligen Franziskanerklosters besichtigen, um von der reichen Ausstattung, den Heiligenfiguren und selbstverständlich auch den Motiven der Bleiglasfenster, selbst künstlerisch aktiv zu werden.


 

 

Das Weltkulturerbe in Westpreußen. Thorn und Marienburg
28. Juni 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Georgios Paroglou B.A.

Teilnehmer: Geschichtskurse der Q1 und Q2 der Schulen Gymnasium Laurentianum und Mariengymnasium, Augustin-Wibbelt-Gymnasium, Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und des Bundes der Danziger NRW, die allgemeine Öffentlichkeit

Nicht nur historische Behandlungen der architektonischen Komplexe Thorns und Marienburgs stehen im Vordergrund dieses Vortrags, sondern auch der Prozess der Aufnahme in das Weltkulturerbe der UNESCO und ihre Richtlinien, die 1972 aufgestellt wurden und festlegen, welche Maßstäbe eingehalten werden müssen.

Für Thorn war es die „Gruppe einzelner oder miteinander verbundener Gebäude, die wegen ihrer Architektur, ihrer Geschlossenheit (.) von außergewöhnlichem universellen Wert“ ist. Und warum die Marienburg? Der Status als Weltkulturerbe zwingt die Länder zu fortlaufenden Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen, er bringt andererseits auch einen enormen Touristenschub…


 

 

Vorträge und Workshops zur Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte Krakaus

Februar bis Juni 2018

Als Vorbereitung der Schüler auf die Studienreise nach Krakau werden in regelmäßigen Abständen im Mariengymnasium in Warendorf Vorträge und Workshops stattfinden, die die Schwerpunkte der Reise thematisch aufgreifen.

Dia-Reportage: Westpreußen. Das Land am Unterlauf der Weichsel

Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg, 24. Januar 2018, 18.30 Uhr

Westpreußisches Landesmuseum Warendorf, 14. Juni 2018, 18.00 Uhr

Mit rund 480 Dias dokumentierte die Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, und Mittelpolen Impressionen von Landschaften und Städten Westpreußens. Das Land an dem unteren Lauf der Weichsel hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Heute in Polen gelegen, war es einst das Kernland des Deutschordensstaates, ein Teil Preußens und des Deutschen Reichs. Knapp 3.000 Kilometer ist die Kulturreferentin Magdalena Oxfort mit dem Journalisten Roland Marske durch dieses Land mit deutscher Vergangenheit und polnischer Gegenwart gereist und hat dabei den Zauber und die Schönheit seiner einzigartigen Landschaften und Städte eingefangen: Von der mit Seen durchsetzten Kaschubischen Schweiz im Westen, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, über die vom Deutschen Orden gegründeten und von der Backsteingotik geprägten Städte an der Weichsel, wie z.B. Thorn, Kulm oder Graudenz. Mit Erzählungen und Kommentaren von wichtigen Vertretern der einzelnen Städte und Orte ergänzt, werden die dazugehörigen Geschichten erläutert, um die Vielfältigkeit der sich immer noch dort befindlichen kulturellen Schätze zu verdeutlichen.

Selbstverständlich führt die Reise auch zur Marienburg: Das UNESCO – Weltkulturerbe ist eine der größten Backsteinfestungen der Welt. Ein weiterer Höhepunkt liegt an der Ostsee: Danzig, die Königin der Ostsee und kulturgeschichtliche Hauptstadt Westpreußens.

Dieser multimediale Beitrag wurde mit Hilfe von dem Direktor des Westpreußischen Landesmuseums und Partnermuseen in Polen produziert. Er soll auf eine populärwissenschaftliche Weise dem Betrachter die Geschichte und die Gegenwart Westpreußens näherbringen.

Dieser Foto-Beitrag ist die Fortsetzung der Dia-Reportage „Westpreußen – das Land am Unterlauf der Weichsel“, die im Jahr 2008 produziert wurde. Die Neuproduktion stellt nicht nur die landschaftlichen Impressionen der ehemaligen Provinz dar, sie bildet zugleich auch die wechselvolle Geschichte und die aktuellen, sozialpolitischen Situationen ab, um neue Perspektiven auf die besondere Region am Unterlauf der Weichsel zu eröffnen.

Westpreußen-Vortrag in Lüneburg
24. Januar 2018, 18.30 Uhr, Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg

Auf Einladung der Kulturreferentin für Ostpreußen, Agata Kern, werde ich am 24. Januar 2018 im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg den Westpreußen-Vortrag „Westpreußen. Das Land am Unterlauf der Weichsel“ präsentieren.

Anschließend ist eine Diskussion vorgesehen, in der ich mit Agata Kern und den Besuchern über die Geschichte, die Kultur, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser zwei historischen Regionen sprechen werden.


 

 

Projekte mit Landsmannschaften und weiteren Organisationen
Kulturtagung mit dem Bund der Danziger e.V.
23. bis 25. Februar 2018, Westpreußisches Landesmuseum

Vom 23. bis 25. Februar 2018 wird eine Kulturtagung im Westpreußischen Landesmuseum stattfinden, bei der das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit dem Bund der Danziger e.V., ihrer Vorsitzenden Roswitha Möller und dem Radio Antenne Münster über die Perspektiven der gemeinsamen Kulturarbeit in Form von Vorträgen und Diskussionen tagen wird. Neben einer Führung durch das Museum sollen aber auch Besprechungen zu Projektanbindungen für 2019 sowie das 5. Welttreffen der Danziger in Danzig im Juli diesen Jahres die Schwerpunkte der Tagung sein.


 

 

Beziehungen zu den Erinnerungsorten / Zukunftsorten in Ost- und Westgalizien für das gemeinsame Gedächtnis der Galiziendeutschen

Kulturtagung des Hilfskomitees der Galiziendeutschen e. V., der Landsmannschaft Weichsel Warthe e.V. und des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen in Lambrecht / Pfalz

26. bis 27. Mai 2018, Lambrecht

Vom 26. bis 27. Mai 2018 veranstalten das Hilfskomitee der Galiziendeutschen e.V. mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen eine in jährlicher Tradition geführte Kulturtagung zum Thema „Beziehungen zu den Erinnerungsorten / Zukunftsorten in Ost- und Westgalizien für das gemeinsame Gedächtnis der Galiziendeutschen“ in Lambrecht.

Das Hilfskomitee der Galiziendeutschen e.V. war im Jahre 1946 als Verein zur Hilfe für die in ganz Deutschland verstreuten Flüchtlinge aus Galizien gegründet worden. Diese waren nach Kriegsbeginn - nach dem Überfall Nazideutschlands auf Polen - im Winter 1939/40  größtenteils in den Warthegau umgesiedelt worden und 1945/46 als Flüchtlinge und Vertriebene nach Deutschland gekommen. Heute leben sie und ihre Nachkommen in ganz Deutschland, viele auch im Ausland. In Erinnerung an die galizische Jungendzeit und um das Lebenswerk der Vorfahren zu ehren, entstanden viele Initiativen zur Rettung und Pflege der deutschen Kulturgüter. Die Kontakte zur Stärkung der Freundschaft mit den ehemaligen Nachbarn im Vielvölkerstaat Galizien, den heutigen Nachbarn im neuen Europa, werden von ihnen, auch wenn sie zumeist nicht mehr das "Erlebnisgeneration" angehören, weitergeführt. Sie sollen im Bewusstsein einer gemeinsamen, wechselhaften Geschichte im europäischen Geist, nachhaltig vertieft werden.

Das Kulturreferat wird unter anderem in einem Vortrag über Projekte und dessen Arbeit in Galizien der letzten fünf Jahre berichten, insbesondere aus dem Bereich der kulturellen Jugendbildung in Form von Studienreisen, der Vermittlung von Geschichte und der Zusammenarbeit mit dort ansässigen Museen.

 

Beauftragter fuer Kultur und Medien