Das Kulturreferat als Bildungsinstitution in Warendorf und Osteuropa

Oberste Zielsetzung der Arbeit von Magdalena Oxfort als Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien mit Partnern sowohl in Deutschland als auch in der heutigen polnischen Wojewodschaft Pommern, ist die Bewahrung der kulturellen Traditionen in den ehemals deutschen Kulturlandschaften im politischen und historischen Bewusstsein. Der Begegnungscharakter von Kulturprojekten wird dabei in den Vordergrund gestellt, indem die Vermittlung wissenschaftlicher, musealer und archivarischer Arbeit im Kontext des gemeinsamen Erbes dem Ziel dient, sie einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Wege dahin sind Kulturaustausch und Verständigung, aber auch im Bereich der Jugendarbeit sind altersübergreifende Projekte mit der Erlebnisgeneration außerordentlich wichtig.

Des Weiteren gibt es immer weniger Menschen, die noch aus eigener Erfahrung über ihre Kindheit und die damit verbundenen Erinnerungen in Westpreußen berichten können. Deshalb veranstaltet die Kulturreferentin Gespräche zwischen der jüngeren Generation und Zeitzeugen, um über Krieg, Flucht und Vertreibung im historischen Kontext zu reden. Oftmals wurde in den betroffenen Familien über diese Themen gar nicht gesprochen. Im Laufe der Jahre, nach dem Zweiten Weltkrieg in den West- und Ostgebieten Polens wurde das deutsche Kulturerbe anerkannt, größtenteils restauriert, neu aufgebaut und definitiv neu bewertet. Aktuelle Diskussionen über die deutschen Kriegsopfer und über Flucht und Vertreibung, sind keine neuen Themen oder Antithemen. Sie sind und bleiben ein Teil der Geschichte als Tatsache und sollen stets beim Aufeinandertreffen der Erlebnisgeneration als Austausch von Informationen, Sichtweisen und aktiven Diskussionen stattfinden.

Aus diesem Anlass liegt der Kulturreferentin ebenfalls die gemeinsame Studienreise mit den angehenden Warendorfer Abiturienten zu Gedenkstätten nach Krakau und Auschwitz am Herzen, dass durch die verschiedenen geplanten, teils interaktiven Veranstaltungen die Zusammenführung verschiedener Generationen und somit ein spannender und interessanter Dialog zwischen diesen gewährleistet wird. Darüber hinaus haben die Partizipanten die Möglichkeit, nicht nur das aus dem Gedächtnis rekonstruierte historische, aber auch das moderne Polen zu sehen, mitsamt den führenden kulturellen Institutionen und den damit verbundenen Kooperations- und Projektpartnern. Vor allem wird es auch die Chance geben junge Menschen kennenzulernen, insbesondere die anstrebenden Wissenschaftler von Morgen, welche sich mit der umfangreichen Geschichte und dem Erbe Westpreußens für die Nachfolgegenerationen befassen. Besonders schön ist es anzusehen, wie emotional beide Studienreisen für alle Teilnehmer sein werden und wie schnell sich die unterschiedlichen Ansichten über die gemeinsame Vergangenheit in einen positiven und hoffnungsvollen Blick in die Zukunft wandeln wird. Daher werden hier in Warendorf kontinuierlich, die von Dr. Hyss und Magdalena Oxfort in den vergangenen Jahren injizierte Partnerschaften weiterhin in Warendorf aktiv begleitet und gestaltet. Das Westpreußische Landesmuseum wird weiterhin als Außerschulischer Lernort seine Arbeit erfolgreich unter Beweis stellen.

Die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Geschichte formen gerade in jungen Jahren die Grundlagen für Kreativität und Fantasie, für Traditionen und geschichtliche Werte. Die Kinder und Jugendlichen von heute sind Kulturvermittler und das Publikum von morgen. Deshalb trage ich der kulturellen Bildung eine große Bedeutung bei. Somit versteht sich das Kulturreferat als außerschulischer Lernort, der frei von institutionellen Zwängen den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich individuell zu entfalten und Wissen in einer völlig neuen Form vermittelt zu bekommen. Ebenfalls werden mehrere internationale Schulpartnerschaften und schulische Austauschprogramme von mir geleitet und begleitet. Alle diese Partnerschaftsprojekte werden ausführlich von der Presse in den Projektländern begleitet und deren Ergebnisse in der Öffentlichkeit dokumentiert. In Zusammenhang des Standortes Warendorf habe ich mit meinen Assistenten ein aktualisiertes Projektangebot erarbeitet, welches sich vor allem an Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahren richtet und an den Bedarf sowie der individuellen Wünsche der Besuchergruppen angepasst ist. Hierzu bietet es sich vor allem an, die historischen Räumlichkeiten und das Gelände des Franziskanerklosters zu nutzen.

 

Beauftragter fuer Kultur und Medien