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Vorwort

Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien feiert im Januar 2016 sein elfjähriges Bestehen. Innerhalb dieses Zeitraums kann es auf ein sehr erfolgreiches Wirken mit einer Vielzahl von realisierten Projekten zurückblicken. Diese fanden und finden sowohl in Deutschland, insbesondere in Warendorf statt, als auch grenzüberschreitend in den heute polnischen und ukrainischen Bezugsregionen. Mit diesem hohen Anspruch und der darauf beruhenden Motivation sollen in Warendorf neue und thematisch weiter ausgreifende, generationsübergreifende Projekte nicht nur für junge und ältere Menschen, sondern vor allem auch mit diesen Zielgruppen umgesetzt werden. Schon bei der wissenschaftlichen Vermittlung der Kultur und Geschichte Westpreußens, des Posener Landes, Mittelpolens, Wolhyniens und Galiziens konnte sich das Kulturreferat als außerschulischer Bildungs- und Lernort in Warendorf beweisen.

Auch im Jahr 2016 sollen viele Menschen das neu gestaltete Museum besuchen und das Angebot des Kulturreferats in Anspruch nehmen. Mit den in Warendorf ansässigen Bildungsinstitutionen, vor allem mit den Schulen, sollen im kommenden Jahr die begonnenen Kooperationen gefestigt und die gemeinsam konzipierten Projekte realisiert werden. Als Kulturreferentin versuche ich fokussiert, die Generation der Enkel und Urenkel hier in Warendorf und in der Region Westfalen – einem Siedlungsschwerpunkt der geflohenen und vertriebenen Westpreußen – anzusprechen und für die Geschichte, Kultur und Gegenwart der Herkunftsregion ihrer Großeltern und Urgroßeltern zu interessieren.

Dabei gestalte ich meine Veranstaltungen abwechslungsreich. Diese gehen über die Durchführung sozial-geschichtlicher Workshops und Vorträge deutlich hinaus, wobei die Wünsche und Vorstellungen der jungen Generation aktiv mit einbezogen werden. Bei kulturellen Angeboten liegt der Fokus üblicherweise auf den unterschiedlichen Feldern der Wissenschaft, der Literatur, der Musik, der bildenden Kunst und nicht zuletzt der Reisen. Im vorliegenden Arbeitsplan für das Jahr 2016 habe ich diese Aspekte berücksichtigt und in das Projektangebot aufgenommen. Bei meinen Gesprächen mit den Schul- und Amtsleitern konnte ich feststellen, dass ein hohes Interesse besteht, mit dem Kulturreferat Projekte zu gestalten, die mit deren Lehrplänen möglichst eng harmonieren. Dies nehme ich als Kulturreferentin gerne auf, zumal dies neue Impulse und Dynamik auch für meine Planungen mit sich bringt.

Auch den Bereich der Kunst und Kunstgeschichte sehe ich als wichtige Projektgrundlagen und Themen, bei denen sich die Jugendlichen entfalten und ihre Sicht zu den historischen Themen wie beispielsweise Flucht und Vertreibung kreativ äußern können.

Es gibt viele interessierte und motivierte Teilnehmer jüngeren Alters an der Region Westpreußen und den weiteren Bezugsregionen die es mir ermöglichen, meine Aufgabe der Kulturvermittlung in Warendorf fest zu verankern. Dabei bleibt die internationale Ausrichtung und Vermittlung der unterschiedlichsten Themen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Architektur und weiteren Bereichen auch über die Grenzen hinaus durch die Zusammenarbeit mit Menschen und Institutionen in den Bezugsregionen des Kulturreferats aktuell.

Durch Vorträge, die gemeinsame Entwicklung von Kunstprojekten im Schulunterricht mit Installationen und Ausstellungen, die Zusammenarbeit mit Künstlern, Wissenschaftlern, Historikern und Geschichtsdidaktikern, Exkursionen in Museen und Studienreisen soll das gemeinsame europäische Erbe zugänglich gemacht werden. Ziel der schulischen Maßnahmen mit den Kunstkursen sind Reflexionen der Schüler in Kunstobjekten über das gesammelte Wissen zu den Themen „Erinnerung“, „Heimat“ und „Flucht und Vertreibung“. Weiterführende Ausstellungen und Austausche mit deutschen und polnischen Einrichtungen sind bereits für 2016 und die kommenden Jahre geplant. Der intensive Austausch aller Generationen soll auch durch die konsequente Nutzung neuer Medien möglich werden.

Diese neuen Möglichkeiten des kulturellen Austausches nutze ich gerne in meiner Funktion als Brückenbauerin zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine. Es gilt, generations- und grenzübergreifend, aktuelle kulturelle, historische und politische Themen gemeinsam zu erörtern und zukunftsorientiert mit ihnen umzugehen. Ein besonders gelungenes Beispiel hierfür ist die im September 2015 stattgefundene Studienreise mit dem Augustin-Wibbelt-Gymnasium nach Marienburg und die damit verbundene Schulpartnerschaft, die 2016 bei einem Gegenbesuch in Warendorf weiterhin gefestigt werden soll. Hierzu möchte ich am Westpreußischen Landesmuseum einen wesentlichen Beitrag leisten.

 

 

Beauftragter fuer Kultur und Medien